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Restaurants

Gaststätten der Walsheim-Brauerei

1926-1934

1928/29 realisierte Otto Zollinger den Neubau der Walsheim-Brauerei bei Saarbrücken. Siehe dazu Kapitel „Neues Bauen“.

 

Zur Förderung des eigenen Bierabsatzes belieferte die Brauerei zahlreiche Gaststätten im Saarland, im benachbarten Lothringen und sogar in Turin, Genua und Rom direkt und ausschliesslich. Die Finanzierung dieser Innenausbauten erfolgte durch die Brauerei. Viele waren ausgestattet in Form damalig neuartiger Schnellgaststätten mit kleinen Tellergerichten für das Arbeitsschichten- und Fahrplanleben der vor allem im Bergbau werktätigen Bevölkerung. Die Idee für diese Form von Gastronomie hatte Hans Kanter, der Inhaber der Walsheim-Brauerei, in den USA gesehen. Dazu gab es aber auch Konzepte für feine Speiserestaurants und sogar Tanzlokale. Zollinger erhielt den Auftrag für die Innenausbauten und Aussengestaltungen. Architektur, Mobiliar und Dekoration bildeten eine Einheit. Viele Dekorationsmalereien stammten von seiner Ehefrau und meiner Grossmutter Freda Zollinger-Streiff. Vor allem in den Schnellgaststätten konnte die moderne Atmosphäre geschaffen werden, welche dem zeitgenössischen Kunstgeschmack von Hans Kanter entsprachen.

 

Folgende Gaststätten baute Otto Zollinger für die Walsheim-Brauerei oder Tochterbrauereien:

Tanzdiele Monopol, Saarbrücken 1926

Rheinischer Hof, Saarbrücken 1927

Walsheim-Gare, Strassburg 1928

Walsheim-Quick, Saarbrücken 1932

Strohdiele, Saarbrücken 1933

La Source chaude, 1933

Schnellimbiss EinsZweiDrei, Saarbrücken 1934

Schnellimbiss Sur le Pouce, Metz 1934

Le fauvre Bock, Metz 1934

Ausstellungsrestaurant Union Messine, Thionville 1934

Cafè Giolitto, Turin 1934

Jahre (noch) unbekannt, 1928-1934:

Cafe Astoria, Saarbrücken

Schnellimbiss Automat, Saarbrücken

Walsheim-Keller, Saarbrücken

Onde de la Moselle. Ort (noch) unbekannt

Da aus jener Zeit nur Schwarzweissfotos existieren, muss die intensive Farbgestaltung in diesen Walsheim-Gaststätten erahnt oder sich auf Grund der wenigen Beschreibungen vorgestellt werden. Im Buch Moderne Cafes, Restaurants und Vergnügungstätten (Quellennachweis) findet man Farbbeschreibungen wie folgt. Cafe Astoria: Glasfassung hellblau, Holzwerk braun, Wände scharf gelbgrün und bunt gestreift, Decke rosa. Tanzdiele Monopol: Brüstung blau, Wände obere Hälfte blau rot, untere Hälfte gelb-rot, Deckenspiegel tiefbraun, äusserer Spiegel schwarzgelbe Streifen, Gesims rosa-gelb.

 

Dieses Gastronomie-Betätigungsfeld Zollingers bis 1934 bildete dann auch den Grundstein für die ersten Mövenpick-Restaurants in der Schweiz ab 1948. Es lassen sich viele Parallelen erkennen in den Geschäftskonzepten als auch in Gestaltung von Innenausbau, Mobiliar und Dekoration.

Vevey Corseau Plage
1929

Dieses Strandbad im Stil Neues Bauen wird beschrieben im Kapitel «Neues Bauen».

Hier ein paar Worte zum integrierten Restaurant. Dieses besteht heute noch, aber unterdessen wurde es umgebaut und von Zollingers Innenarchitektur ist nichts mehr zu finden.

Auf den Fotos der Anfangszeit erkennt man sofort Zollingers Stil, wie er in einigen Gaststätten der Walsheim-Brauerei und später in den ersten Mövenpick-Restaurants zu finden ist.

Das Restaurant wird betrieben unter dem Namen „Vevey Corseaux Plage“ www.veveycorseauxplage.ch. Vom Innenraum mit der grossen Glasfront hat man eine sehr schöne Sicht auf den See und die riesige Terrasse. Speziell empfehle ich die Filets de Perches.

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Mövenpick-Restaurants
1948-1953

Otto Zollinger war der Schöpfer des Begriffs «Mövenpick» und die Zeit der ersten Restaurants gilt als ein architektonischer Höhepunkt in seinem Schaffen. Aus diesem Grund ist Mövenpick ein eigenes Kapitel gewidmet.

Restaurant Kibitz, Herisau
1956

Die Aehnlichkeit mit Zollingers Mövenpick-Einrichtungen ist unverkennbar. Ein Blickfang war die grosse Wanddekoration der Künstlerin Silvia d’Altri. Wie bei vielen seiner Bauwerke, hatte Zollinger auch hier die Zusammenarbeit mit einer Künstlerin realisiert. Heute umgebaut als Pizza-Restaurant Pomodoro, Bahnhofstrasse 17.

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Otto Zollinger mit Künstlerin Silvia d'Altri bei der Einweihung
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